AKTUELL

DAB REGIONAL I Blickpunkt 03/2021
Das Deutsche Architektenblatt berichtet über die Jahrestagung 2020
„Stadt in Bewegung“ Mobilität und Denkmalpflege der
Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege

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DRUCKFRISCH 2021
STADT UNTER DRUCK!

Klimawandel und kulturelles Erbe

Beiträge zur städtebaulichen
Denkmalpflege, Band 10

Diese Publikation widmet sich der Wechselbeziehung von ökologischer Nachhaltigkeit und kulturellem Erbe in der Stadt. Mit dem wachsenden Anspruch an Verdichtung und intensive Flächenausnutzung geraten unsere Städte zunehmend unter Druck: sozial, politisch, infrastrukturell und nicht zuletzt ökologisch. Hitzewellen, Starkregen und Luftverschmutzung führen uns deutlicher denn je vor Augen, dass eine sozial-ökologische Wende dringend erforderlich ist, um dem Klimawandel konstruktiv zu begegnen.

Wenn man auf ökologisch optimierte Stadtstrukturen, Bauten und Lebensweisen umstellen möchte, müssten unsere Städte und urbaner Alltag wohl völlig anders aussehen. Doch noch (er)trägt uns die »Europäische Stadt«, noch können wir uns an Gründerzeitquartieren erfreuen, Baudenkmäler hegen und gleichzeitig Stadtquartiere nachverdichten und viel Neues bauen. Mehr denn je drängt sich
jedoch die Frage auf, wie eine kluge nachhaltige Transformation der uns vertrauten und kompakten Stadt hin zu sozial-ökologisch nachhaltigen Stadtstrukturen, Freiräumen und Gebäudebeständen aussehen muss.

Die Publikation gibt aus den unterschiedlichen Perspektiven Antworten auf
folgende Fragen: Wie lassen sich Widersprüche zwischen dem Erhalt erhaltenswerter Bestandsstrukturen und ökologischer Anforderungen lösen? Wo liegen Konflikte, aber auch Synergien zwischen Klimaanpassung und Sicherung des kulturellen Erbes in der Stadt? Was von all dem, das uns an Stadtbildern und Stadtidentität lieb und vertraut ist, müsste auf den Prüfstand? Lässt sich eine Balance zwischen dem Erhalt von wertvoller und denkmalgeschützter Bausubstanz, dem Anliegen nach Verdichtung und dem Wunsch nach mehr Freiraum und Durchlüftung herstellen? Welche Instrumente können dabei helfen?

Autorinnen und Autoren dieses Bandes:
Dorothee Boesler, Stefan Bublak, Martin Bredenbeck, Thorsten Brokmann, Thomas Dietrich, Sabine Djahanschah, Carmen Enss, Gudrun Escher, Dagmar Haase, Christoph Klanten, Magdalena Leyser-Droste, Thomas Metz, Carola Neugebauer, Walter Ollenik, Ruth Orzessek-Kruppa, Christa Reicher, Ulrich Reuter, Rainer Rossmann, Claudia Schoppen, Thomas Schürmann, Simone Schüllner, Thomas Visser, Berit Weber

Herausgeber:
Magdalena Leyser-Droste, Carola Neugebauer, Walter Ollenik, Christa Reicher
erschienen im Verlag Kettler, 2020
156 Seiten, zahlr. farb. Abb.,  €
ISBN:


FACHGRUPPE

Das bauhistorische Erbe gilt als bedeutender Baustein bei der Profilierung von Städten und Regionen, insbesondere im Wettbewerb der Kommunen um Alleinstellungsmerkmale. Dabei scheint die denkmalpflegerische Güteklasse der historischen Bausubstanz nicht so sehr von Bedeutung zu sein wie die Unverwechselbarkeit des Ortes, geprägt durch die Vielfältigkeit und Einzigartigkeit der historisch gewachsenen Bausubstanz, innerhalb des städtebaulichen Gesamtgefüges. Besonders für Städte mit historischen Stadtquartieren, mit kulturell wertvoller Bausubstanz, ist es eine Herausforderung, die Pflege des kulturell wertvollen Erbes mit einer zukunftsfähigen städtebaulich/baulichen Entwicklungsplanung zu verknüpfen. Die Betrachtung von Denkmalschutz und Denkmalpflege unter dem besonderen Blickwinkel der städtebaulichen Relevanz birgt das Potential, die Auseinandersetzung mit dem historischen Bestand zu einem integrierten Baustein von Stadtplanung und ihren Planwerken und Planungsinstrumenten zu machen.

Akteure aus Universität, Wissenschaft und Praxis haben sich auf Initiative von Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher zu der Fachgruppe „Städtebauliche Denkmalpflege“ zusammengeschlossen:
• der Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Entwerfen,
Fakultät Architektur, RWTH Aachen University
• das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH

Die Fachgruppe beschäftigt sich mit dem „Gedächtnis“ der Stadt, dem Stellenwert der historischen Bausubstanz für die Identität der Stadt und die Stadtentwicklung von morgen. Dabei gewinnen der Städtebauliche Denkmalschutz und die Städtebauliche Denkmalpflege auf der Bundes- und Landesebene zunehmend an Bedeutung in der Diskussion um die Perspektiven der Städte, auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Förderprogrammen.

Die Gruppe will mit ihren Aktivitäten eine Brücke zwischen Lehre, Forschung und Planungspraxis in den Kommunen schlagen und damit das Bewusstsein im Umgang mit dem baulichen Erbe unserer Städte stärken. Der Fokus der Fachgruppe liegt weniger auf der Auseinandersetzung mit dem einzelnen Objekt als vielmehr auf einer interdisziplinären Betrachtung des historischen Kontextes, die architektonische Gesichtspunkte mit wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten verknüpft.