AKTUELL | SAVE THE DATE

Jahrestagung Städtebauliche
Denkmalpflege 2022

LANDSCHAFTEN IM FOKUS –
kulturelles Erbe als Chance

Termin: Donnerstag | 27. Oktober 2022 | ganztägig

Ort: Waschkaue | Kokerei Hansa | Dortmund


AKTUELL

Rainer Rossmann † 08.05.2022
Die Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege trauert um sein langjähriges Mitglied Rainer Rossmann, der am 08. Mai 2022 in Köln verstorben ist.
Rainer Rossmann war ein engagierter kommunaler Denkmalpfleger, der als Chef der Unteren Denkmalbehörde die Denkmallandschaft Dortmunds geprägt hat. Dabei galt sein Engagement immer der Stärkung des kommunalen Selbstbewusstseins in enger Partnerschaft mit dem Landschaftsverband.
Besonders am Herzen lag ihm die Industriedenkmalpflege, deren Anliegen er auch über Jahrzehnte im Rheinischen Verein mit großer Hingabe vertrat.
Sein überregional anerkanntes Fachwissen brachten ihn auch an die Spitze der Arbeitsgruppe Denkmalpflege des Städtetags NRW. Rainer Rossmann war ein meinungs- und willensstarker Mensch, ohne jemals den Respekt für andere Meinungen vermissen zu lassen.
Über Jahre hat Rainer Rossmann dazu beigetragen, das Selbstverständnis unserer Fachgruppe und damit die denkmalpflegerische Kompetenz zu stärken. Er hat an zahlreichen Publikationen und Tagungen mitgewirkt und damit wesentlich zum Gelingen beigetragen.
Wir verlieren in ihm nicht nur einen äußerst kompetenten Fachmann, sondern auch einen besonderen Menschen und Freund.
 

NEU erschienen: Februar 2022 !

BEWEGUNG IN DER STADT –
Mobilität und Denkmalpflege

Beiträge zur städtebaulichen
Denkmalpflege, Band 11

Seit Jahrhunderten war Mobilität von Menschen ausschließlich der privilegierten Oberschicht vorbehalten. Dies änderte sich zu Beginn der Industrialisierung, die den massenhaften Transport der Arbeiterschaft zu den großen Industrien erforderte. Straßenbahnen waren das erste bevorzugte Transportmittel, das große infrastrukturelle Zäsuren in der kleinteiligen mittelalterlichen Stadt hervorrief. Bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts war die Mobilität der Bevölkerung ausschließlich durch öffentliche Verkehrsinfrastruktur gewährleistet, die ganz wesentlich die sich erweiterten Städte prägte. Die erforderlichen Trassen, mit ihrer späteren Verlegung in Hochlage, segmentierten die sich immer weiter ausdehnenden Stadtquartiere. Mit der Erfindung des Ottomotors vollzog sich ein infrastruktureller Wandel der Städte, der die Segmentierung der Stadtquartiere durch die Verkehrstraßen weit übertraf. Die autogerechte Stadt war das alles dominierende Element der Moderne. Das Auto mit seinen raumgreifenden Erfordernissen legte sich wie eine Folie über den gesamten Stadtkörper. Ruhender und fließender Individualverkehr beherrscht die Stadtstrukturen bis in ihre feingliedrigsten Elemente.

Mit der Klimakrise ist die sich immer weiter ausdehnende individuelle Mobilität in die Kritik geraten. Nicht nur der SUV-Nutzer, auch alle anderen Pkw-Halter stehen unter Erklärungszwang. Die Debatte darüber steht zwar erst am Anfang, zeigt aber schon erste Auswirkungen hinsichtlich der gewohnten unbeschränkten Mobilität. Fahrverbote stehen im Raum. Der Paradigmenwechsel eröffnet neue Herausforderungen und riesige Chancen für den öffentlichen Raum. Sei es eine Renaissance der Mobilitätsarchitekturen, wie es sie zur Hochzeit der Eisenbahnen schon einmal gab, oder die Möglichkeit der Entwicklung einer neuen öffentlichen Mobilitätsinfrastruktur, die ein Stadterlebnis – atmosphärisch und visuell –beschert, das weit über das legendäre Flair der 1920er Jahre hinausweist. Entscheidend wird sein, wie dies im Umgang mit den historisch gewachsenen Strukturen, Gebäuden und Plätzen der Stadt erfolgt.

Autorinnen und Autoren dieses Bandes:
Christa Reicher, Rainer Rossmann, Thomas Schürmann, Ursula Baus, Tobias Kuhimhof, Yasemin Utku, Felix Feldhofer, Karin Berkemann, Rainer Knecht, Claus Kaminski, Rüdiger Bleck, Walter Ollenik, Elke Janßen-Schnabel, Jascha Braun, Carola Neugebauer

Herausgeber:
Gudrun Escher, Walter Ollenik, Christa Reicher, Yasemin Utku
erschienen im Verlag Kettler, 2022
Softcover, 148 Seiten, zahlr. farb. Abb., 22,00 €
ISBN: 978-3-86206-974-3


DAB REGIONAL I Blickpunkt 02/2022
Das Deutsche Architektenblatt berichtet über die Jahrestagung 2021
Patient Innenstadt – Therapie Denkmalpflege der
Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege


Artikel zum Download!


Veranstaltungsreihe
der Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege

Download des Flyers

‚Der‘ Städtebau deutscher Großwohnsiedlungen
16. September 2021, 16:00-18:00 Uhr

Freiraumgestaltungen in Großwohnsiedlungen
14. Oktober 2021, 16:00-18:00 Uhr

Funktionale Mischungen und Zentren
18. November 2021, 16:00-18:00 Uhr

Mobilitätskonzepte und -praktiken
16. Dezember 2021, 16:00-18:00 Uhr

Vom Wert des soziopolitischen Anspruchs und andere Imaginationen
20. Januar 2022, 16:00-18:00 Uhr

Masse und Klasse der Architektur. Vom Bauen und Erhalten
10. Februar 2022, 16:00-18:00 Uhr

Vom ,Großen Plan‘ und den ,kleinen und großen Veränderungen‘
10. März 2022,16:00-18:00 Uhr

Ein Blick nach Europa
14. April 2022, 16:00-18:00 Uhr

Permanenter Zoomlink
https://rwth.zoom.us/j/99120829780?pwd=NlBKZ2Ji TUw2d2pFV1ZFYk9ra1lxZz09
Meeting-ID: 991 2082 9780
Kenncode: 771578


FACHGRUPPE

Das bauhistorische Erbe gilt als bedeutender Baustein bei der Profilierung von Städten und Regionen, insbesondere im Wettbewerb der Kommunen um Alleinstellungsmerkmale. Dabei scheint die denkmalpflegerische Güteklasse der historischen Bausubstanz nicht so sehr von Bedeutung zu sein wie die Unverwechselbarkeit des Ortes, geprägt durch die Vielfältigkeit und Einzigartigkeit der historisch gewachsenen Bausubstanz, innerhalb des städtebaulichen Gesamtgefüges. Besonders für Städte mit historischen Stadtquartieren, mit kulturell wertvoller Bausubstanz, ist es eine Herausforderung, die Pflege des kulturell wertvollen Erbes mit einer zukunftsfähigen städtebaulich/baulichen Entwicklungsplanung zu verknüpfen. Die Betrachtung von Denkmalschutz und Denkmalpflege unter dem besonderen Blickwinkel der städtebaulichen Relevanz birgt das Potential, die Auseinandersetzung mit dem historischen Bestand zu einem integrierten Baustein von Stadtplanung und ihren Planwerken und Planungsinstrumenten zu machen.

Akteure aus Universität, Wissenschaft und Praxis haben sich auf Initiative von Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher zu der Fachgruppe „Städtebauliche Denkmalpflege“ zusammengeschlossen:
• der Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Entwerfen,
Fakultät Architektur, RWTH Aachen University
• das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH

Die Fachgruppe beschäftigt sich mit dem „Gedächtnis“ der Stadt, dem Stellenwert der historischen Bausubstanz für die Identität der Stadt und die Stadtentwicklung von morgen. Dabei gewinnen der Städtebauliche Denkmalschutz und die Städtebauliche Denkmalpflege auf der Bundes- und Landesebene zunehmend an Bedeutung in der Diskussion um die Perspektiven der Städte, auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Förderprogrammen.

Die Gruppe will mit ihren Aktivitäten eine Brücke zwischen Lehre, Forschung und Planungspraxis in den Kommunen schlagen und damit das Bewusstsein im Umgang mit dem baulichen Erbe unserer Städte stärken. Der Fokus der Fachgruppe liegt weniger auf der Auseinandersetzung mit dem einzelnen Objekt als vielmehr auf einer interdisziplinären Betrachtung des historischen Kontextes, die architektonische Gesichtspunkte mit wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten verknüpft.